Für mehr Integration behinderter Menschen in die Wirtschaft

Vier Unternehmen mit Inklusionspreis 2015 prämiert

Mehr als 70 Unternehmen haben sich 2015 für den Inklusionspreis „Für mehr Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“ beworben – nun stehen die Gewinner fest: Die real,- SB-Warenhaus GmbH, der Gießereibetrieb Sachsen Guss, die Malerfirma Baumann und die Zahnarztpraxis von Schuler Alarcón wurden heute in Berlin ausgezeichnet. Verliehen wird der Preis vom UnternehmensForum, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit und der Charta der Vielfalt unter Schirmherrschaft von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Bereits zum vierten Mal prämiert der Inklusionspreis beispielhaftes Engagement in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Handicap, aber auch in der Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Angestellter. Denn viele Menschen erwerben Behinderungen erst im Laufe des Arbeitslebens: „Inklusion im Unternehmen bedeutet heute auch, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, deren Situation sich durch Unfälle oder Krankheiten verändert hat“, so Laudatorin Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. „Wer seine Fachkräfte nicht verliert, handelt unternehmerisch sinnvoll und wird seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Das begrüße ich sehr.“ 

Bundesministerium für Arbeit und Soziales beeindruckt vom Engagement

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Gabriele Lösekrug-Möller, die zur Preisverleihung Glückwünsche von Schirmherrin Andrea Nahles überbrachte, gratulierte den Preisträgern dazu, „dass Sie sehr kluge und zukunftsorientierte Unternehmerinnen und Unternehmer sind. Denn Sie wissen: Es ist ein Vorurteil, dass eine Behinderung gleichbedeutend mit einer Leistungseinschränkung ist.” Sie sei sehr beeindruckt von der Phantasie, der Schaffenskraft und dem Engagement der Preisträger aller teilnehmenden Unternehmen. 

Führungskräfte mit Handicap bei Preisträger real,-

In der Kategorie „Großes Unternehmen“ wurde die real,- SB-Warenhaus GmbH ausgezeichnet: 8 Prozent der Mitarbeitenden sind Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen – darunter auch Führungskräfte, was die Jury besonders lobte. Das Unternehmen hat sich mit einer Integrationsvereinbarung auf Inklusion festgelegt, dazu nutzt es eine eigene Abteilung „Grundsatzfragen / Arbeitsschutz“ und den Koordinationskreis „Integration schwerbehinderter Menschen“. Dass dieses Konzept gelingt, beweisen vorbildliche Einzelbeispiele aus den verschiedenen real,- Filialen.

Sachsen Guss GmbH: demografiefeste Personalstrategie

Genauso vorbildlich gelingt Inklusion bei der Sachsen Guss GmbH (Chemnitz), Preisträger der Kategorie „Mittleres Unternehmen“: Der Gießereibetrieb hat demografiefeste Personalstrategien entwickelt, um Mitarbeitende mit Einschränkungen langfristig weiterbeschäftigen zu können. Ein interdisziplinäres „Team Gesundheit“ ist für das Betriebliche Gesundheits- und Eingliederungsmanagement (BGM / BEM) zuständig, ein selbst konzipiertes Frühwarnsystem weist auf Handlungsbedarfe hin.  Auch  die vielseitigen präventiven Gesundheitsangebote sorgen für ein demografiefestes Personalmanagement.

Malerbetrieb Baumann beschäftigt Menschen mit geistiger Behinderung

Der Malerbetrieb Baumann GmbH (Tauberbischofsheim) ist Gewinner in der Kategorie „Kleines Unternehmen“: Mit Unterstützung des Integrationsfachdienstes beschäftigt er fünf Menschen mit geistigen, psychischen und Lernbehinderungen –
und deckt so seinen Bedarf an Arbeits- und Fachkräften. Neu geschaffene Nischenarbeitsplätze und Teilqualifikationen bei der Handwerkskammer tragen zum Erfolg bei, genauso wie die Orientierung an individuellen Fähigkeiten und der passgenaue Einsatz in kleinen Teams. 

Zahnärztin von Schuler Alarcón bildet gehörlose Jugendliche aus

Für ihr „Besonderes Engagement“ wurde die Zahnarztpraxis von Schuler Alarcón (Hamburg) ausgezeichnet: Mit großem persönlichen Einsatz hat Zahnärztin Marianela von Schuler Alarcón gehörlosen Jugendlichen erstmals in Deutschland die Ausbildung zu Zahnmedizinischen Fachangestellten ermöglicht. In ihrer Praxis werden mittels Gebärdensprache Menschen mit und ohne Hörschädigungen barrierefrei behandelt.

Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des UnternehmensForums, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von den Preisträgern: „Sie beweisen eindrücklich, dass sich Inklusion für Arbeitgeber lohnt. Denn Unternehmen aller Größenordnungen leben von der Vielfalt ihrer Mitarbeitenden“, so sein Resumee. „Diese Vielfalt garantiert einen größtmöglichen Pool an Fähigkeiten und Stärken, sie steht für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.“ Er und die anderen Initiatoren wünschen sich, dass zukünftig noch viele weitere Arbeitgeber dieses Potenzial erkennen und von den Beispielen der Preisträger inspiriert werden.